Der Bürgersinn
Der Bürgersinn

Der Wiederaufbau veränderte auch die Dimensionen in der Stadtmitte: Engagierten Bürgerinnen und Bürger, die sich mit dem Verlust der historischen Bausubstanz nicht abfinden konnten und wollten, gelang es nach langen Bemühungen, unterstützt durch Firmen- und Privatspenden und die Hilfsbereitschaft namhafter Investoren sowie getragen durch einen breiten Konsens in der Bevölkerung, dass der Marktplatz in seinen alten und vertrauten Dimensionen wiederhergestellt wurde. So konnte bis 1989 u. a. das berühmte Knochenhaueramtshaus und das Bäkkeramtshaus neu erstehen, ebenso die Fassade des einstigen Wedekindhauses und des Wollenweber-Gildehauses.

Der in den achtziger Jahren so erfolgreich beschrittene Weg fand Nachahmung: Eine geradezu sprichwörtlicher Bürgersinn machte es möglich, den Andreaskirchturm mit einem Treppenaufgang zu versehen. 1998 konnte die berühmte steinerne Renaissancefassade des einstigen Kaiserhauses unterstützt durch eine Bürgerinitiative und der Hilfe von verständnisvollen Investoren wiederhergestellt werden. Der vom Zerfall bedrohte "Gelbe Turm" auf dem Galgenberg, einst als Aussichtsturm errichtet, wurde ebenso, getragen von einer Gruppe engagierter Menschen, gesichert und wird zum Nutzen der Bürgerinnen und Bürger nun als Sternwarte genutzt.

Eine weitere Initiative hat 2007 die Wiederherstellung des Lambertikirchturmes in ursprünglicher Höhe umgesetzt. 2009/10 erfolgte der Wiederaufbau des "Umgestülpten Zuckerhutes".